Augsburg (KNA) Eine der größten religiösen Veranstaltungen im deutschen Sprachraum läuft wieder in den Augsburger Messehallen: Am Wochenende hat dort die 14. Ausgabe des christlichen Festivals "Mehr" begonnen. Das vom katholischen Theologen Johannes Hartl geführte Augsburger Gebetshaus spri ...
Augsburg (KNA) Eine der größten religiösen Veranstaltungen im deutschen Sprachraum läuft wieder in den Augsburger Messehallen: Am Wochenende hat dort die 14. Ausgabe des christlichen Festivals "Mehr" begonnen. Das vom katholischen Theologen Johannes Hartl geführte Augsburger Gebetshaus spricht als Veranstalter von mehr als 11.000 Besuchern. Bis Dienstag stehen unter dem Motto "The sound of joy" (Der Klang der Freude) zum Beispiel Vorträge, Diskussionen und Speeddating auf dem Programm. Als Gäste werden etwa die Band O'Bros, der Astronom Heino Falcke, Augsburgs katholischer Bischof Bertram Meier und Sachsens evangelischer Landesbischof Tobias Bilz erwartet.
Zum Auftakt am Samstagabend sprach Johannes Hartl über Selbstannahme. Jesus sei seinen Jüngern nach Verrat und Versagen mit Annahme begegnet, sagte der Theologe. Nachdem etwa Simon Petrus voller Selbstanklage zu seinem Ursprung als einfacher Fischer zurückgekehrt sei, sei Jesus ihm begegnet und habe gefragt, ob er ihn liebe. "Jesus sagt: 'Simon, liebst du mich noch? Wenn ja, dann lass uns weitermachen, deine Liebe genügt.'" Hartl ergänzte: "Selbstverdammnis klagt dich an, weil du deinem Eigenbild nicht entsprichst."
Der Gebetshaus-Leiter ergänzte: "Demut und Selbstannahme bedeuten, in Gottes bedingungsloses Ja zu uns einzustimmen." Und weiter: "Wenn wir anfangen, uns selbst zu ertragen, wächst Liebesfähigkeit und Fruchtbarkeit in uns, wie sie in Simon gewachsen ist, nachdem sein Idealbild zerstört war."
Am Sonntag feierte der Augsburger Weihbischof Florian Wörner auf dem Festival einen katholischen Gottesdienst. Wörner rief die Gläubigen auf, Jesus zum Zentrum ihres Lebens zu machen und sich davon prägen zu lassen. Sie sollten sich nicht davon beirren lassen, wenn andere Menschen sie deshalb für fanatisch hielten, schräg anschauten und schlecht von ihnen sprächen. Aus dem Glauben heraus sollten die Gläubigen aktiv werden, etwa im Chor, im Bibelkreis oder im Pfarrgemeinderat.
Das Augsburger Gebetshaus ist eine christliche Einrichtung, in der rund um die Uhr gebetet wird. Es organisiert alle zwei Jahre das "Mehr"-Event. Daneben gibt es weitere Veranstaltungen wie das "Zimzum"-Festival für jugendliche Gläubige. Für kommenden Juni plant die Einrichtung einen neuen Missions-Kongress.
Mit dem Gebetshaus hat sich jüngst eine TV-Doku kritisch befasst. In der vom Bayerischen Rundfunk erarbeiteten ARD-Story "Die hippen Missionare - mit Jesus gegen die Freiheit?" erzählt etwa eine Frau, sie habe vor einigen Jahren als Gebetshaus-Volontärin erlebt, wie in der Einrichtung Gehorsam eingefordert worden sei. Zudem habe sie die Rhetorik im Gebetshaus als kriegerisch empfunden. So habe eine Gebetsleiterin gesagt, man müsse "die Mauern besetzen gegen die Dämonen dieser Welt" und dagegen ankämpfen. Johannes Hartl erwiderte, man lehne die Forderung nach autoritativem Gehorsam ab. Zudem bete man nie gegen, sondern nur für etwas.