Berlin (KNA) Das Ende August veröffentlichte "Bauhaus-Manifest" gegen Nationalismus hat bundesweit bereits über 2.500 Unterstützer. Kulturschaffende, Wissenschaftler, Handwerker, Designer und Architekten hätten sich dem Bündnis angeschlossen, zahlreiche Prominente, Institutionen und viele P ...
Berlin (KNA) Das Ende August veröffentlichte "Bauhaus-Manifest" gegen Nationalismus hat bundesweit bereits über 2.500 Unterstützer. Kulturschaffende, Wissenschaftler, Handwerker, Designer und Architekten hätten sich dem Bündnis angeschlossen, zahlreiche Prominente, Institutionen und viele Privatpersonen hätten das Manifest unterzeichnet, erklärte Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) am Mittwoch.
"Die Ideen des Bauhauses sind lebendig und das machen wir sichtbar. Es ist wichtig, dass wir die Bauhaus-Prinzipien in aller Deutlichkeit verteidigen", betonte Weimer. "Jede Unterschrift ist ein Zeichen für die Prinzipien von Kunstfreiheit, Unabhängigkeit, Offenheit und Innovation."
Das von Weimer angestoßene Manifest versteht sich nach eigenen Angaben als ein kultur- und gesellschaftspolitisches Bekenntnis zu den Prinzipien, die die Bauhaus-Kunstschule (1919-1933) bis heute zu einer weltweit prägenden kulturellen Ikone machen. Dazu zählten die Freiheit des künstlerischen Denkens, Offenheit gegenüber neuen Ideen, die Verbindung unterschiedlicher Disziplinen und die Überzeugung, dass kulturelle Innovation einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung einer demokratischen Gesellschaft leisten können.
Zu den Erstunterzeichnern des Manifestes zählen unter anderem der Deutsche Kulturrat, die deutsche Unesco-Kommission, die Deutsche Bischofskonferenz, die Evangelische Kirche in Deutschland, der Deutsche Städtetag, der Deutsche Museumsbund, die Akademie der Künste, der Zentralverband des Deutschen Handwerks und das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste.
Die Unterzeichner wollen zudem das Bauhaus selbst gegen populistische Angriffe verteidigen. Hintergrund ist das Wahlprogramm der AfD in Sachsen-Anhalt. Darin kündigt die Partei, die laut aktuellen Umfragen mit rund 40 Prozent wohl als stärkste Kraft aus den Landtagswahlen am Sonntag hervorgehen wird, eine "patriotische Kulturpolitik" an. Unter anderem könnte dadurch Einrichtungen, die aus Sicht der AfD nicht die Voraussetzungen für eine solche Kultur erfüllen, die staatliche Unterstützung gekürzt oder gestrichen werden. Zuletzt hatten führende AfD-Landespolitiker das Bauhaus als Widerspruch zur deutschen Identität bezeichnet.
Das Bauhaus wurde 1919 in Weimar gegründet. Nach seiner Vertreibung aus Weimar wurde es 1926, vor genau 100 Jahren, in Dessau wieder eröffnet. 1933 - inzwischen nach Berlin umgezogen - musste es unter dem Druck der Nationalsozialisten endgültig schließen. Das Bauhaus und seine Stätten in Weimar, Dessau und Bernau sind seit 1996 Unesco-Welterbe.