München (KNA) In der Münchner Pinakothek der Moderne geht es vom 3. Juli bis 29. August 2027 um Zwischenräume und Übergänge. In den Sälen 21 bis 26 werden unter dem Titel "Between & Beyond" Werke aus der eigenen Sammlung Moderne Kunst gezeigt. Ziel sei es, die Besucherinnen und Besucher ei ...
München (KNA) In der Münchner Pinakothek der Moderne geht es vom 3. Juli bis 29. August 2027 um Zwischenräume und Übergänge. In den Sälen 21 bis 26 werden unter dem Titel "Between & Beyond" Werke aus der eigenen Sammlung Moderne Kunst gezeigt. Ziel sei es, die Besucherinnen und Besucher einzubeziehen, heißt es in der Ankündigung. Geplant sei, ihnen die Möglichkeit zu bieten, den Museumsraum neu zu erleben. Schwebezustände, Übergangs- und Schwellenmomente sollen sonst Verdrängtes oder Übersehenes sichtbar machen.
Der Raum bestimmt Position, Bewegung und Wahrnehmung des Menschen, wie es in der Mitteilung heißt. Als Betrachtender erlebe er Kunst nie losgelöst vom Raum, sondern immer darin. In der Sonderschau werden Gemälde, Objekte und Kunstinstallationen von den 1960er Jahren bis in die Gegenwart präsentiert, die die Beziehung zwischen Werk, Raum und Betrachter benennen.
Präsentiert werden Arbeiten von Nevin Aladag, Carl Andre, Ida Applebroog, Monika Baer, Dirk Bell, Joseph Beuys, Martin Boyce, Alberto Burri, Dan Flavin, Lucio Fontana, Wade Guyton, Klara Hosnedlova, Donald Judd, Imi Knoebel, Victor Leguy, Mary Miss, Roman Ondak, Fred Sandback, Sean Scully und Augustas Serapinas.
Ab den 1960er Jahren begannen Künstlerinnen und Künstler der Minimal Art, den umgebenden Raum als integralen Bestandteil ihrer Werke zu begreifen. Der Raum wird als Zwischenraum ("between") angesehen, der zwischen Werk und Betrachtenden entsteht, oder als imaginärer und transzendenter Raum ("beyond"), der durch Licht, Schatten und Bewegung erfahrbar wird.
Pioniere wie Dan Flavin, Fred Sandback oder die bisher wenig beachtete Mary Miss verwendeten neue Materialien. Sie schufen mit ihren Werken Räume, in die auch die Erfahrungen der Betrachtenden einbezogen worden seien, heißt es. Der Ausstellungsraum wurde so Teil des Kunstwerks.
Auch in der Malerei hinterfragten damals die Künstler immer stärker den Bildraum. Lucio Fontana zerschnitt die Leinwand, Ida Applebroog setzte ihre Kompositionen aus mehreren einzelnen Leinwänden mit sich ergänzenden Motiven zusammen. Die Perspektiven auf einen erweiterten Bildraum beeinflussten auch die nachfolgenden Generationen. Monika Baer hinterfragt Sehgewohnheiten, indem sie ihre abstrakte Malerei mit subtilen Zeichen durchbricht. Victor Leguy oder Roman Ondak erweitern den Bildraum um eine gesellschaftliche Dimension, indem die Autorschaft mit Nicht-Künstlern geteilt wird.