Berlin (KNA) Vor der geplanten Vorstellung am Montag gibt es von verschiedenen Seiten Kritik an einigen bisher bekannten Vorschlägen zur Reform der gesetzlichen Krankenversicherung. "Zu befürchten ist, dass sich die Bundesregierung nur auf Leistungskürzungen und Beitragserhöhungen verständi ...
Berlin (KNA) Vor der geplanten Vorstellung am Montag gibt es von verschiedenen Seiten Kritik an einigen bisher bekannten Vorschlägen zur Reform der gesetzlichen Krankenversicherung. "Zu befürchten ist, dass sich die Bundesregierung nur auf Leistungskürzungen und Beitragserhöhungen verständigen kann", sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA): "Dabei wäre es mutig, die Fehlanreize des absurden Abrechnungssystems zu beseitigen."
Honoriert würden vor allem Arzt-Patienten-Kontakte, kritisierte Brysch weiter: "Ob es dem Patienten dabei besser geht, spielt jedoch keine Rolle." Außerdem würden Millionen chronisch Kranke quartalsweise einbestellt, weil die "Ärztelobby" auf die Einnahmen nicht verzichten wolle. "Vollkommen ungeeignet" sei zudem die geplante Erst-zum-Hausarzt-Pflicht. Diese werde die Hausarztpraxen mit zusätzlichen Patienten "überrollen und keine schnellen Facharzttermine bringen".
Der Sozialverband VdK sprach sich gegen eine Abschaffung der beitragsfreien Familienversicherung aus. Präsidentin Verena Bentele sagte der Funke Mediengruppe, ein solcher Schritt würde vor allem Frauen und Familien mit kleinen Einkommen belasten: "Auch höhere Arzneimittelzuzahlungen oder eine Rückkehr zur Praxisgebühr wären eine unsoziale Zusatzbelastung, die vor allem chronisch Kranke, ältere Menschen und einkommensschwache Patientinnen und Patienten trifft."
In einer Insa-Umfrage für "Bild am Sonntag" sprachen sich 57 Prozent der Befragten dafür aus, an der beitragsfreien Mitversicherung von Ehe- und Lebenspartnern in der gesetzlichen Krankenversicherung festzuhalten. 28 Prozent plädierten für die Abschaffung, 10 Prozent waren unentschieden, 5 Prozent machten keine Angaben.
Das Deutsche Rote Kreuz warnte vor "Maßnahmen, die kurzfristig zu Einsparungen, längerfristig aber zu Mehrausgaben führen". DRK-Präsident Hermann Gröhe sagte dem "Tagesspiegel", vor allem brauche man "mehr und nicht weniger Prävention, um Erkrankungen möglichst zu vermeiden".
Wer etwa die Pflege zu Hause schwäche, müsse langfristig mit mehr Menschen rechnen, die auf eine frühere, dauerhafte Pflege in einer Pflegeeinrichtung angewiesen seien, fügte er hinzu.
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) fordert mehr Geld, um Kliniken krisenfest zu machen - auch für mögliche Kriegsfälle. Der DKG- Vorstandsvorsitzende Gerald Gaß sagte dem "Tagesspiegel", Krisenfestigkeit und Sicherheit müssten zu festen Bestandteilen der Krankenhausplanung werden.
Die DKG kalkuliere mit Blick auf Cyberangriffe und Sabotage mit rund 2,7 Milliarden Euro zusätzlicher Förderung, so Gaß weiter. Im Bündnisfall liege der Investitionsbedarf bei 4,9 Milliarden Euro und im Verteidigungsfall sogar bei 14 bis 15 Milliarden.