Vatikanstadt (KNA) Die Ernennung eines Geistlichen, der einst illegal in die USA einwanderte, zum Bischof in West Virginia hat über die USA hinaus für Aufsehen gesorgt. Wie der Vatikan am Freitag mitteilte, ernannte Papst Leo XIV. Evelio Menjivar-Ayala (55) zum Bischof von Wheeling-Charleston ...
Vatikanstadt (KNA) Die Ernennung eines Geistlichen, der einst illegal in die USA einwanderte, zum Bischof in West Virginia hat über die USA hinaus für Aufsehen gesorgt. Wie der Vatikan am Freitag mitteilte, ernannte Papst Leo XIV. Evelio Menjivar-Ayala (55) zum Bischof von Wheeling-Charleston in West Virginia.
Der Bundesstaat gilt als Hochburg der Republikaner. Viele Arbeiter dort verloren durch den Niedergang des Kohle-Bergbaus ihre Jobs. Bei der Präsidentschaftswahl 2024 gingen 70 Prozent der abgegebenen Stimmen in dem Bundesstaat an Donald Trump.
Wie die "Washington Post", der "Guardian" und andere internationale Medien berichteten, war Menjivar-Ayala 1990 als 20 Jahre alter Flüchtling aus El Salvador im Kofferraum eines Autos illegal über die mexikanische Grenze bei Tijuana in die USA eingereist.
Der heute 55-Jährige wird nun Bischof von Wheeling-Charleston, das den gesamten US-Bundesstaat West Virginia umfasst. Die rund 110.000 Katholiken sind in West Virginia eine kleine Minderheit unter den 1,8 Millionen Einwohnern.
Der designierte Bischof und sein Vorgänger Mark Brennan kündigten den Personalwechsel an der Spitze des Bistums am Freitag in einer Pressekonferenz in Wheeling an. Dabei betonte Menjivar-Ayala, seine "einzige Agenda" bestehe darin, den Menschen im Bistum nach Kräften zu dienen sowie "gemeinsam im Glauben und in der Treue zu Christus zu wachsen".
Vor seiner Versetzung nach West Virginia wirkte Menjivar-Ayala dreieinhalb Jahre als Weihbischof in der Hauptstadt Washington DC. Er war damals der erste aus Mittelamerika stammende Bischof in den USA. Die Provinz Chalatenango in El Salvador, aus der Menjivar-Ayala stammt, war in den 1980er Jahren Schauplatz blutiger Konflikte im salvadorianischen Bürgerkrieg.