Konstanz (KNA) Das Konzil von Konstanz (1414-1418) gilt bis heute als eines der wichtigsten Kirchentreffen der Geschichte. Auf mehr als 3.200 Quadratmetern Bildfläche soll nun in Konstanz in einem 50 Meter hohen zylindrischen Raum "die Konzilszeit spektakulär erlebbar werden". Die Eröffnung i ...
Konstanz (KNA) Das Konzil von Konstanz (1414-1418) gilt bis heute als eines der wichtigsten Kirchentreffen der Geschichte. Auf mehr als 3.200 Quadratmetern Bildfläche soll nun in Konstanz in einem 50 Meter hohen zylindrischen Raum "die Konzilszeit spektakulär erlebbar werden". Die Eröffnung ist für den 12. September im neuen "Panorama Konstanz" geplant, wie die Tourismusgesellschaft der Stadt ankündigte.
Der Künstler Yadegar Asisi hat das monumentale 360-Grad-Kunstwerk gestaltet. Asisi hat bundesweit bereits mehrere ähnliche Großpanoramen entworfen, etwa in Pforzheim, Leipzig und Dresden. Gezeigt werden dort im Rundumblick geschichtliche Szenen oder Naturbilder wie der Amazonasregenwald und die Unterwasserwelt des australischen Great Barrier Reefs.
Nun stünden Besucher gewissermaßen mitten im Geschehen des historischen Konstanzer Konzils - "zwischen mittelalterlichem Stadtleben und ankommenden Delegationen", bei wechselnden Licht- und Klangeffekten. Mit dem Panorama Konstanz entstehe zudem das drittgrößte Gebäude der Stadt am Bodensee.
Das Konzil wurde angesichts damaliger Konflikte in ganz Europa zu einer wichtigen Bühne des kulturellen und politischen Austauschs. Man versuchte, in spannungsreichen Verhandlungen während der mehr als vierjährigen Dauer zu Lösungen zu kommen. In Konstanz wurde nicht nur Kirchen-, sondern auch weltliche Machtpolitik betrieben. Zwischen 1414 und 1418 kamen in der Bodenseestadt Tausende Gesandte, Bischöfe, Gelehrte und Fürsten zusammen.
Ziel der Versammlung war es, die damalige Kirchenspaltung zu überwinden. Seit 1378 rangen zeitweise drei Päpste und deren verfeindete Unterstützer um die Vorherrschaft. Vor allem auf Druck und durch den Einfluss des deutschen Königs Sigismund (1411-1437) gelang am 11. November 1417 mit der Wahl von Papst Martin V. (1417-1431) ein Neuanfang. Es war die einzige Papstwahl auf deutschem Boden.
Die Überwindung tiefergehender Konflikte und ein echter Dialog mit kirchlichen Reformgruppen gelang indes kaum. Die weiter schwelenden Differenzen mündeten 100 Jahre später schließlich in die Reformation.