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Achtung Advent! - der Adventsbegleiter von YOUPAX
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Hochfest Allerheiligen

© el lobo / Shutterstock.com
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St.-Martins-Tag

Geschichte, Bräuche und Bedeutung

 

 

© Besim Mazhiqi
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Neuausrichtung von Seelsorge und Verwaltung

Gute Gründe für jeden Monat



© Erzbistum Paderborn
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Willkommen auf dem Glaubens- und Informationsportal des Erzbistums Paderborn

Unser Glaube

© Blautann-Film
28.10.2026

„Verlockender geht’s doch wohl nicht, oder?“

„Pilgern auf Jakobswegen im Hochstift Paderborn“ heißt eine Dokumentation, die ab Januar 2027 in ausgewählte heimische Kinos kommt. Warum es sich lohnt, einfach loszugehen - im Hochstift, im Sauerland, vor der eigenen Haustür.
© YOUPAX
28.10.2026

„The Chosen“: Von den Jüngern lernen

Zweifeln, Fragen, Staunen und Begeisterung: Wie die Jünger in der Bibel-TV-Serie "The Chosen" gezeigt werden, inspiriert die Reporter im YOUPAX-Video.
© Serene View / Shutterstock.com
22.10.2026

Das Leben auf den zweiten Blick

Abgelaufene Gewürzgurken, Flaute auf See, heulende Sirenen. Dazu Omas Lourdeswasser, zwei Gräber an einer Mauer und eine Gemeinde, die umdenkt. In seinen WDR-Hörbeiträgen entdeckt Sascha Heinrich Alltagsgeschichten, die an alten Gewissheiten rütteln und dem Glauben neue Türen öffnen.
© Jasmin Lobert / Erzbistum Paderborn
21.10.2026

Eine große Bühne für die Weihnachtsbotschaft

Wenn Hunderte gemeinsam singen, bekommt Karolin Koldehoff Gänsehaut. Bei der Aufführung des Bethlehem-Musicals in Minden leitet sie den Großchor. Ein Probenbesuch zeigt, wie Musik und Glaube verschiedene Generationen miteinander verbinden.
© Lazy_Bear / Shutterstock.com
19.10.2026

La Via – Der Weg des Trauerns

Trauer ist kein gerader Weg. Es gibt Umwege, Rückschritte und Tage, an denen gar nichts mehr geht. Wie kann man durch die Trauer gehen und irgendwann wieder ins Leben zurückfinden? Davon handelt das Geistliche Wort von Uta Trosien im WDR Hörfunk.
© Dima Moroz / Shutterstock.com
19.10.2026

GLÜCKLICH/T im Franziskus-Jahr: San-Damiano-Momente für eine bessere Welt

Die GLÜCKLICH/T-Aktion lebt von kleinen Gesten, die das Leben anderer Menschen besser machen. Der heilige Franziskus und sein Einsatz für die kleine Kirche San Damiano können dafür Vorbild sein.

Glauben. Gemeinsam. Gestalten. – Alle Informationen zum Bistumsprozess

Das Erzbistum Paderborn startet unter dem Titel „Glauben. Gemeinsam. Gestalten.“ die nächste Etappe des Bistumsprozesses: Es geht um zwei Transformationsstränge – pastoraler Aufbruch und Verwaltungsmodernisierung. Ziel ist, die Katholische Kirche im Erzbistum Paderborn so zu gestalten, dass Glaube auch in Zukunft lebendig bleibt und Engagierte spürbar entlastet werden. Kirche von morgen wird gemeinsam gemacht – mit Beteiligung, Austausch und klaren Strukturen.

Mehr Infos, Hintergründe und wie Sie sich einbringen können unter:

Unsere Videos

Warum wir uns der Trauer stellen sollten

Als Priester ist es für Mike Hottmann Teil jeder Arbeitswoche, trauernde Menschen zu begleiten. Er spricht mit YOUPAX-Redakteur Tobi Schulte darüber, wie der christliche Glaube in der Trauer Halt und Hoffnung geben kann.

GLÜCKLICH/T SEIN in den Caritas Werkstätten Schloss Neuhaus

Zum Auftakt fand in den Caritas Werkstätten Schloß Neuhaus eine Aktion statt, bei der gegenseitige Wertschätzung in Gesten ausgedrückt wurde. Das Schreiben von Postkarten mit Dankesgrüßen wurde dabei begeistert angenommen. Die Reaktionen machten klar: Auch kleine Gesten können glücklich machen.

Begeisterung, Zweifel, viele Fragen - von den Jüngern lernen

Sie kapieren es nicht, haben Fragen, Zweifel und sind immer wieder auch total begeistert – so erlebt man die Jünger von Jesus in der Serie „The Chosen“. YOUPAX-Redakteur Tobi Schulte unterhält sich mit Gemeindereferent Jan-Niklas Kleinschmidt darüber, wie es sie inspiriert, sich in die Jünger hineinzuversetzen.

KNA Newsticker

30. Oktober 2026 10:11

Autor Martin Suter denkt noch oft an seine Verstobenen

München (KNA) Martin Suter (78), Schweizer Bestsellerautor, fühlt sich seiner vor drei Jahren gestorbenen Gattin noch immer sehr verbunden. "Wenn es spät wird in einem Restaurant, habe ich den Impuls, meine Frau anzurufen und zu sagen: Du, es wird etwas später", erzählte Suter der "Südde ...

München (KNA) Martin Suter (78), Schweizer Bestsellerautor, fühlt sich seiner vor drei Jahren gestorbenen Gattin noch immer sehr verbunden. "Wenn es spät wird in einem Restaurant, habe ich den Impuls, meine Frau anzurufen und zu sagen: Du, es wird etwas später", erzählte Suter der "Süddeutschen Zeitung". An seine Ehefrau und seinen mit drei Jahren tödlich verunglückten Sohn denke er ganz oft. Er spüre sie fast bei sich. Beide seien immer noch sehr präsent.

Mit Margrith sei er fast 50 Jahre zusammengewesen, berichtete der Schriftsteller. "Da wird der Unterschied zwischen Du und Ich immer kleiner." Er könne keine neuen Schuhe kaufen und nur mit seinen eigenen Augen anschauen, der Blickwinkel werde immer paralleler. "Und ich schaue immer noch mit dem Filter ihrer Sicht auf das, was ich tue, auch beim Schreiben", so Suter.

30. Oktober 2026 10:09

Viele kennen Gesundheits-Apps - Lage der Anbieter ist kritisch

Berlin (KNA) Jeder und jedem Fünften (20 Prozent) in Deutschland wurde bereits eine App zur Unterstützung der eigenen Gesundheit verschrieben: Das zeigt eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom. Das Interesse an den Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGas) ist demnach groß: 49 Prozent sind ...

Berlin (KNA) Jeder und jedem Fünften (20 Prozent) in Deutschland wurde bereits eine App zur Unterstützung der eigenen Gesundheit verschrieben: Das zeigt eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom. Das Interesse an den Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGas) ist demnach groß: 49 Prozent sind der Auffassung, dass Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten häufiger darüber informieren sollten. Eingelöst haben allerdings nur 15 Prozent die Verordnung.

"Wer Wochen oder gar Monate auf einen Arzt- oder Therapietermin warten muss, sollte in dieser Zeit nicht allein gelassen werden", so Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. 44 Prozent der Menschen in Deutschland würden laut Umfrage eine App nutzen, um lange Wartezeiten auf eine Behandlung zu überbrücken. Ein Drittel (33 Prozent) ist der Meinung, dass solche Anwendungen die Behandlung von Krankheiten oder Schmerzen im Alltag erleichtern.

Es gibt allerdings auch Skepsis: 41 Prozent der Befragten erklärten, eine App auf Rezept könne ihnen nicht weiterhelfen; 27 Prozent verstehen ihren Nutzen nicht. „Wem eine App auf Rezept helfen würde, sollte auch von dem passenden Angebot erfahren“, mahnte Rohleder. "Dafür brauchen Ärztinnen und Ärzte einen guten Überblick über die Anwendungen, und für Patientinnen und Patienten muss der Weg von der Verordnung bis zur Nutzung möglichst einfach sein."

Von Schwierigkeiten berichten indes die Anbieter. In einer separaten Bitkom-Befragung unter 34 Unternehmen, die Apps auf Rezept entwickeln oder anbieten, geben 85 Prozent an, dass sich ihre Situation in den vergangenen zwei Jahren verschlechtert habe. Rohleder: "Damit Unternehmen weiter investieren und neue Angebote entwickeln, brauchen sie verlässliche Rahmenbedingungen und planbare Anforderungen."

Die Umfrage führte Bitkom Research laut Angaben im Auftrag des Digitalverbands durch. Dazu wurden 1.132 Personen in Deutschland ab 16 Jahren telefonisch befragt; die Ergebnisse sind demnach repräsentativ.

30. Oktober 2026 08:46

Sucht-Expertin: KI wird in Sachen Abhängigkeit großes Thema werden

Hamm (KNA) Künstliche Intelligenz (KI) könnte internetbezogene Nutzungsstörungen noch einmal verschärfen: "Es ist heute schon ein großes Thema und wird noch größer werden", sagte die Geschäftsführerin der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen, Christina Rummel, in einem am Freitag ver ...

Hamm (KNA) Künstliche Intelligenz (KI) könnte internetbezogene Nutzungsstörungen noch einmal verschärfen: "Es ist heute schon ein großes Thema und wird noch größer werden", sagte die Geschäftsführerin der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen, Christina Rummel, in einem am Freitag veröffentlichten Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Im Frühjahr hatte eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom ergeben, dass in Stresssituationen zunehmend auch KI-Chatbots zu Rate gezogen werden: Für über ein Viertel (26 Prozent) fühlt sich KI demnach "manchmal wie eine digitale Bezugsperson an"; bei den unter 30-Jährigen fühlt sich die Hälfte (50 Prozent) dort "gut verstanden".

Es sei schwer abzuschätzen, wie diese Entwicklung weitergehen werde, sagte Rummel. Deutlich sei aber schon heute, welchen Sog die Anwendungen ausüben. "Insofern müssen wir am Ball bleiben, gerade angesichts dessen, dass Kinder und Jugendliche damit selbstverständlich aufwachsen, die sich nicht an eine Zeit ohne diese Technologie erinnern können."

Im Bezug auf Jugendschutz kritisierte die Expertin, dass junge Menschen zwar oft im Blick seien, etwa in der Debatte um Social-Media-Verbote. Allerdings werde vergessen, "dass wir selbst Vorbild sind. Generalisierungen über 'die Jugend von heute' helfen nicht weiter."

Zudem warnt Rummel davor, dass andere Gruppen bei der Suchtprävention unterzugehen drohen. "Wenig im Fokus sind bislang ältere Menschen: Erst jetzt werden beispielsweise Daten zum Medikamentenkonsum bei Personen zwischen 65 und 85 Jahren erhoben. Bislang war bei 64 Jahren Schluss, dabei ist Sucht auch im Alter ein Thema. Da fehlt es noch an Sensibilität, auch bei Ärztinnen und Ärzten."

Zu anhaltenden Problemen etwa durch Alkohol kommen nach ihren Worten neue, illegale Drogen hinzu "und eine Suchthilfe, die vor immer komplexeren Problemlagen steht". Zugleich seien die Angebote unterfinanziert: "Drei Viertel der Beratungsstellen berichten, dass ihre Mittel nicht ausreichen", so Rummel. "Vor diesem Hintergrund wird es immer schwieriger, gute Angebote zu machen, genug Zeit und Ressourcen aufzubringen."

30. Oktober 2026 08:34

Stolperstein-Aus in Heidenau bleibt - Stadtrat weist Petitionen ab

Heidenau (KNA) Das Aus für weitere Stolpersteine im sächsischen Heidenau bleibt trotz fünf Petitionen gegen den Beschluss bestehen. Der Stadtrat lehnte diese am Donnerstagabend alle mehrheitlich ab, wie Stadtratsmitglied Michael Schürer von der Heidenauer Bürgerinitiative (HBI) auf Anfrage ...

Heidenau (KNA) Das Aus für weitere Stolpersteine im sächsischen Heidenau bleibt trotz fünf Petitionen gegen den Beschluss bestehen. Der Stadtrat lehnte diese am Donnerstagabend alle mehrheitlich ab, wie Stadtratsmitglied Michael Schürer von der Heidenauer Bürgerinitiative (HBI) auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) mitteilte.

Mehrere Menschen aus Dresden, Trierweiler bei Trier und den Niederlanden wollten mit Petitionen erreichen, dass in Heidenau weiterhin mit Stolpersteinen der Opfer der Nationalsozialisten gedacht werden kann. Wenn Petitionen in Sachsen form- und fristgerecht gestellt werden, müssen sich Stadträte und Gemeinden mit ihnen befassen.

Stadtrat Schürer kritisierte die Zurückweisungen der Petitionen. "Stolpersteine müssen nicht jedem gefallen. Aber jeder sollte die Möglichkeit haben, sie auch im öffentlichen Raum zu verlegen." Erinnerung dürfe nicht aus den Augen und so aus dem Sinn verschwinden.

Mit der Zurückweisung bestätigte der Stadtrat einen Beschluss von Ende September. Damals folgte er einem Antrag von AfD, CDU und dem Bürgerbündnis Oberelbe für mehr Demokratie (BOD) für ein Verbot von weiteren Stolpersteinen. Viele Angehörige und Bürger empfänden diese Form des Gedenkens als nicht angemessen, hieß es in dem Antrag. Stattdessen solle der Nordfriedhof der Stadt als Erinnerungsort dienen. So solle auch verhindert werden, dass Menschen auf die Gedenksteine treten könnten.

Auf den Beschluss folgte eine große bundesweite Kritikwelle. Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) etwa sprach von einem Skandal: "Wer Stolpersteine und Gedenkorte jüdischen Lebens aus dem öffentlichen Raum auf den Friedhof verbannt, stellt das Sterben über das Leben und macht Jüdinnen und Juden noch einmal unsichtbar."

Auch Stolperstein-Erfinder Gunter Demnig äußerte damals sein Unverständnis. Der Beschluss passe nicht zum "C" der CDU. Nach den Aussagen der AfD zum Thema deutsche Vergangenheit sei er indes nicht sehr erstaunt.

Der Künstler hatte die erste Gedenktafel aus Messing 1992 vor dem Kölner Rathaus verlegt. Die Stolpersteine gelten als das größte dezentrale Mahnmal der Welt. Inzwischen verlegte Demnig mehr als 100.000 Stolpersteine. Sie erinnern in über 1.200 deutschen Kommunen und weiteren 30 Ländern an NS-Opfer vor deren früherem Wohn- oder Wirkungsort.

30. Oktober 2026 08:15

Mieterbund: Lücken im Gesetzentwurf zum Schutz von Gewaltopfern

Berlin (KNA) Der Deutsche Mieterbund (DMB) begrüßt einen Gesetzentwurf, wonach es Opfer von häuslicher Gewalt künftig leichter haben sollen, sich auch räumlich von ihren Peinigern zu trennen. "Wer vor häuslicher Gewalt fliehen muss, darf nicht an den Mietvertrag mit dem Täter gebunden ble ...

Berlin (KNA) Der Deutsche Mieterbund (DMB) begrüßt einen Gesetzentwurf, wonach es Opfer von häuslicher Gewalt künftig leichter haben sollen, sich auch räumlich von ihren Peinigern zu trennen. "Wer vor häuslicher Gewalt fliehen muss, darf nicht an den Mietvertrag mit dem Täter gebunden bleiben. Viele Betroffene sind darauf angewiesen, sich kurzfristig aus dem Mietverhältnis lösen zu können. Der Entwurf schafft dafür eine wichtige Grundlage, sollte aber noch nachgebessert werden", erklärte DMB-Präsidentin Melanie Weber-Moritz am Freitag.

So sehe der Entwurf bisher keine Verbesserungen für Betroffene vor, die in der gemeinsamen Wohnung bleiben müssten, weil sie auf dem angespannten Wohnungsmarkt keine Bleibe fänden. Der Mieterbund forderte, dass Betroffene die Wohnung auf unbestimmte Zeit allein nutzen können sollten. Mindestens sollte eine Verlängerung von zwölf Monaten möglich werden, wie es hieß.

"Wer häusliche Gewalt erlebt, findet in den eigenen vier Wänden keinen Schutz mehr", betonte Weber-Moritz. "Für Betroffene ist es in dieser Situation existenziell, entweder die gewalttätige Person aus der Wohnung zu bekommen oder nach einem Auszug eine neue, sichere Wohnung zu finden." Beides müsse erleichtert werden.

Wer häusliche Gewalt erlebt hat, soll sich künftig leichter aus einem gemeinsamen Mietvertrag mit dem Täter lösen können. Das sieht ein Gesetzentwurf aus dem Haus von Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) vor. Betroffene sollen vom Täter außerdem verlangen können, dass er für Kosten aus dem Mietverhältnis aufkommt, die nach ihrem Auszug entstehen. Dazu zählen Schäden an der Wohnung, aber auch Mietzahlungen, die nach dem Auszug weiterbezahlt werden müssen.

Der Mieterbund weist darauf hin, dass im Fall eines gemeinsamen Mietvertrags Betroffene diesen nicht einfach kündigen können. Sie brauchen demnach zunächst die Zustimmung des Täters, anschließend muss der Vermieter oder die Vermieterin dem Austritt aus dem Mietvertrag zustimmen. "Da der Austritt aus dem Mietvertrag auch die Zustimmung der Vermieter benötigt, sollten diese frühzeitig in das Verfahren einbezogen werden", forderte der Mieterbund.

30. Oktober 2026 07:26

Jugendproteste am Samstag - Ministerin Prien bietet Gespräche an

Bonn (KNA) Vor den geplanten bundesweiten Protesten Zehntausender junger Menschen am Samstag mahnen Forschende, deren Anliegen ernst zu nehmen. "Etwas Besseres kann den Regierungsparteien eigentlich kaum passieren: Junge Leute machen sichtbar, dass sie unzufrieden sind", sagte der Jugendforscher ...

Bonn (KNA) Vor den geplanten bundesweiten Protesten Zehntausender junger Menschen am Samstag mahnen Forschende, deren Anliegen ernst zu nehmen. "Etwas Besseres kann den Regierungsparteien eigentlich kaum passieren: Junge Leute machen sichtbar, dass sie unzufrieden sind", sagte der Jugendforscher Klaus Hurrelmann im Interview der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) bietet Gespräche an. Die Bundesschülerkonferenz erklärte, offen für Gespräche zu sein und die Perspektive junger Menschen einbringen zu wollen. Allerdings sei die Beteiligung oft noch ausbaufähig.

"Scheinbeteiligung ist bei Kindern und Jugendlichen ein großes Thema, weil man häufig einer Altershierarchie unterliegt", sagte die Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz, Amy Kirchhoff, im Interview der "Welt". "Die Anliegen von Schülerinnen und Schülern sind valide." Kinder und Jugendliche seien nicht egal und würden trotzdem zu oft übergangen. Die Bundesschülerkonferenz stehe vor allem für Schul- und Bildungspolitik ein. "Genau das werden wir betonen, wenn wir etwas Eigenes auf die Beine stellen."

Die Bundesschülerkonferenz plant eine eigene Demonstration für eine bessere Bildungspolitik am 20. November in Berlin und ruft zu den Jugendprotesten am Samstag nicht auf. Für den Tag sind laut der Internetseite der Initiative "Gen Z regelt" in über 30 Städten in Deutschland Demonstrationen "für Bildung, Gesundheit, Klimaschutz und ein bezahlbares Leben" geplant. Die Initiative schreibt selbst: "Unser Protest ist friedlich, ohne Ausnahme." In den vergangenen Tagen wurden Bedenken laut, die Proteste könnten ähnlich wie in Frankreich und Italien ausarten.

Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) sagte im Interview des "Stern", dass Deutschland eine geringe Jugendarbeitslosigkeit, ein leistungsfähiges Ausbildungssystem sowie ein niedrigschwelliges Universitätssystem, in dem man "ohne große Kosten" studieren könne, habe. Davon könnten andere Länder nur träumen. "Dennoch erkenne ich an, dass Reformprozesse zu langsam und mühsam sind. Das frustriert mich selbst oft genug."

Es müsse jetzt alles dafür getan werden, "die explodierenden Kosten für die soziale Sicherung in den Griff zu bekommen, ansonsten wird die junge Generation absehbar zu stark belastet", sagte Prien. Deshalb seien Renten-, Pflege- und Gesundheitsreform wichtig. Und: "Es ist an der Zeit, dass wir Boomer und die jetzigen Rentner Abstriche machen - zugunsten von Investitionen in die Jungen, vor allem in Bildung und in mehr Chancengerechtigkeit."

Mit Blick auf Sorgen wegen möglicher gewalttätiger Proteste betonte Prien: "Ich biete aber jedem, der friedlich ist, ein Gespräch an. Denn es gibt selbstverständlich die legitimen Anliegen der Jugendlichen, die immer weniger werden. Umso mehr will ich zuhören."

Sabrina Zajak, Protestforscherin an der Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin, kritisierte am Freitag im ZDF-Morgenmagazin, dass aus Spekulationen über Gewalt eine sich selbst erfüllende Prophezeiung werden könne. Hinzu komme, dass sich Schülerinnen und Schüler möglicherweise eingeschüchtert fühlten, für ihre Anliegen auf die Straße zu gehen und ein demokratisches Grundrecht wahrzunehmen.

Jugendforscher Hurrelmann sagte: "Wir haben lange beklagt, dass junge Menschen sich zu wenig beteiligen und sich von den Parteien entfremden." Wenn sie jetzt auf die Straße gehen wollten, dürfe die erste Reaktion der Politik nicht Abwehr sein. Ernst nehmen bedeute nicht, jeden Wunsch zu erfüllen, sondern zuzuhören und sich auseinanderzusetzen. "So könnten die Parteien der Mitte einen Zugang zu einer Generation zurückgewinnen, den sie erkennbar verloren haben", erklärte der Jugendforscher.

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