Regensburg (KNA) Der Bund Naturschutz ruft zum Weltkatzentag am 8. August zur Kastration von Stubentigern auf. Dadurch würden Wildkatzen geschützt sowie Tierheime und Kommunen entlastet, teilte Bayerns größter Umweltschutzverband am Donnerstag in Regensburg mit. Es gebe immer mehr verwildert ...
Regensburg (KNA) Der Bund Naturschutz ruft zum Weltkatzentag am 8. August zur Kastration von Stubentigern auf. Dadurch würden Wildkatzen geschützt sowie Tierheime und Kommunen entlastet, teilte Bayerns größter Umweltschutzverband am Donnerstag in Regensburg mit.
Es gebe immer mehr verwilderte Hauskatzen, klagte der Bund. "Diese leben oft unter elenden Umständen - sie hungern, sind krank und kämpfen täglich ums Überleben. Zudem stellen unkastrierte Hauskatzen mit Freigang und verwilderte Streunerkatzen eine Gefahr für die streng geschützte Europäische Wildkatze dar."
Haus- und Wildkatze seien verschiedene Arten, erklärte der Verband. "Doch wenn beide aufeinandertreffen, können sie gemeinsam fruchtbare Nachkommen zeugen. Durch die Verpaarung gehen den Wildkatzen aber typische Anpassungen für das Leben als echtes Wildtier im Wald verloren - etwa ein dichtes Fell oder die Scheu vor Menschen."
Bisher trete Hybridisierung vor allem in Baden-Württemberg auf. Aber auch in anderen Teilen Deutschlands seien einzelne Hybridkatzen nachgewiesen worden. "Sie sind optisch meistens nicht als solche zu erkennen und können gleichermaßen wie Haus- oder Wildkatzen aussehen. Klarheit liefert nur ein Gentest."
Außerdem können von Hauskatzen Krankheiten übertragen werden, wie der Bund Naturschutz ergänzte. "Diese können vor allem kleine Wildkatzenpopulationen schwächen und langfristig den Fortbestand der Europäischen Wildkatze gefährden." Eine Impfung von Freigänger-Hauskatzen gegen Katzenschnupfen, Katzenseuche und Katzenleukose helfe, Wildkatzen vor Erregern zu schützen.
In Bayern können Landkreise und Kommunen eine Kastrationspflicht für Katzen erlassen, wie es weiter hieß. Dies sei bisher jedoch selten geschehen. "Eine zentrale Regelung auf Landesebene würde die Kommunen und Tierheime in ganz Bayern entlasten."
Die Europäische Wildkatze ist den Angaben zufolge laut Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt und gilt nach der Roten Liste der bedrohten Arten deutschlandweit als gefährdet. Hauskatzen stammen demnach nicht von der Wildkatze ab, sondern von der Afrikanischen Falbkatze. Die Römer hätten deren Abkömmlinge einst nach Mitteleuropa gebracht.