Köln (KNA) Junge Erwachsene im Alter von 18 bis 28 Jahren zeigen aktuell ein sehr problematisches Verhalten bei der Nutzung von Social Media. Vor allem Männer der Generation Z fallen nach einer gemeinsamen Untersuchung des Marktforschungsinstituts YouGov und der Macromedia University of Applie ...
Köln (KNA) Junge Erwachsene im Alter von 18 bis 28 Jahren zeigen aktuell ein sehr problematisches Verhalten bei der Nutzung von Social Media. Vor allem Männer der Generation Z fallen nach einer gemeinsamen Untersuchung des Marktforschungsinstituts YouGov und der Macromedia University of Applied Sciences mit einer risikoreichen Social-Media-Nutzung auf. Die Untersuchung wurde am Mittwoch in Köln veröffentlicht.
In der Generation Z (18-28 Jahre) hat sich laut der Untersuchung das Risiko für eine krankhafte Nutzung der Sozialen Medien innerhalb eines Jahres verdoppelt - von 25 auf 51 Prozent. Besonders deutlich sei der Anstieg bei jungen Männern. 58 Prozent der männlichen Angehörigen der Generation Z zeigen demnach problematische oder suchthafte Nutzungsmuster. Bei den jungen Frauen sind es hingegen 40 Prozent.
In der Gesamtbevölkerung fällt laut der Untersuchung der Geschlechterunterschied deutlich geringer aus: 19 Prozent der Männer und 12 Prozent der Frauen weisen entsprechende Muster auf.
"Wenn innerhalb eines Jahres aus jedem Vierten mit problematischen Social-Media-Nutzungsmustern jeder Zweite in der Gen Z wird, ist das ein Befund, den wir ernst nehmen müssen", sagte Studienleiter René Arnold, Professor für Management an der Macromedia University.
Die Forscher hätten zunächst geprüft, ob Unterschiede zwischen den beiden Stichproben den starken Anstieg erklären könnten. Faktoren wie Alter, Beschäftigung und Region spielten zwar eine Rolle, könnten den Ausschlag aber nicht vollständig erklären, stellte YouGov-Research-Managerin Kathrin Schäfer fest.
Die Autoren warnen aber zugleich davor, aus den Ergebnissen eine Sucht-Diagnose für jeden zweiten jungen Erwachsenen abzuleiten. Die Untersuchung beruhe auf zwei Querschnittsbefragungen und erlaube daher noch keine Aussage über einen langfristigen Trend oder dessen Ursachen.
Besonders der starke Ausschlag bei jungen Männern wirft nach Ansicht der Forscher neue Fragen auf. "Die entscheidende Frage ist jetzt, was sich bei jungen Erwachsenen und insbesondere bei jungen Männern verändert hat", sagte Arnold. Weitere Untersuchungen müssten deshalb klären, welche Mechanismen hinter der problematischen Nutzung stehen und welche Folgen sie für die Betroffenen hat.