Augsburg (KNA) Die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel ist mit dem Elisabeth-Preis des katholischen Caritas-Verbands geehrt worden. Die 72-jährige CDU-Politikerin nahm die undotierte Auszeichnung am Freitagabend in Augsburg bei einem Festakt entgegen. Gewürdigt wurden damit ihre Haltung und ...
Augsburg (KNA) Die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel ist mit dem Elisabeth-Preis des katholischen Caritas-Verbands geehrt worden. Die 72-jährige CDU-Politikerin nahm die undotierte Auszeichnung am Freitagabend in Augsburg bei einem Festakt entgegen. Gewürdigt wurden damit ihre Haltung und ihr Einsatz für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Unter den rund 400 Gästen waren auch Augsburgs Bischof Bertram Meier und der frühere Bundesfinanzminister Theo Waigel (CSU).
Der Name des Preises geht auf die heilige Elisabeth von Thüringen (1207-1231) zurück, die Menschen in Not half. Sie ist die Schutzpatronin der Caritas. Die Auszeichnung besteht aus einer Urkunde und einer Elisabeth-Figur.
In ihren Dankesrede würdigte Merkel die engagierte Arbeit der Caritas. Dabei hob sie auch die erste Enzyklika von Papst Leo XIV. hervor, "Magnifica humanitas". Dieser habe ein wegweisendes Werk geschrieben, das sie Artikel für Artikel durchgelesen habe: "Für mich war das mutmachend." Es handle sich um kein Schreiben gegen neue Technologie, aber der Mensch müsse in der Hand haben, was er zum Wohle des Menschen machen könne.
"Wir können auch gewiss sein, dass es immer wieder Menschen für Menschen braucht", zeigte sich die CDU-Politikerin überzeugt: Menschen, die Gefühle und Empathie zeigten, die nicht nach der effizientesten Lösung suchten, sondern nach einer, die für den jeweiligen Menschen das Beste sei.
Mit Blick auf die heilige Elisabeth erklärte Merkel: "Schön, dass wir beide Frauen sind". Obwohl die Namensgeberin des Preises nur 24 Jahre alt geworden sei, habe diese einen Fußabdruck in der Welt hinterlassen. Sie wünsche daher allen, das, was der Herrgott einem mitgegeben habe, für andere einzusetzen und Verantwortung zu übernehmen, um dann festzustellen, glücklicher zu sein als vorher.
Die Kabarettistin Sarah Bosetti verwies in ihrer Laudatio darauf, dass Merkel den Preis vor allem für einen Satz bekomme, für den sie am meisten gehasst werde: "Wir schaffen das." In einer humanitären Krise habe die Bundeskanzlerin 2015 Menschlichkeit gezeigt. Natürlich könne man Merkel kritisieren, aber dies sei nicht der Moment für hämische Spitzen. Es gehe darum, einen Weg zu finden, Unterschiede auszuhalten.
"Vielleicht musste Merkel weg, damit wir wissen, was wir vermissen", gab Bosetti zu bedenken. Weiter fügte sie hinzu, es brauche eine vernünftige, konservative Partei in Deutschland, die Bereitschaft, aus Fehlern zu lernen und Kompromisse nicht als Makel zu empfinden. Fakten und die Wissenschaft müssten wieder zählen und Menschenwürde - "wir brauchen politischen Anstand".
"Wir ehren Merkel für ihren inneren Kompass, mit dem sie die Geschicke des Landes glücklich lenkte", sagte die Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes, Eva Welskop-Deffaa. Eine solidarische Gesellschaft entstehe nicht von selbst.
Die Veranstaltung war Auftakt zu den "Caritas-Aktionstagen" rund um den Caritas-Sonntag 2026. In diesem Jahr ist die Diözese Augsburg Gastgeber der Zentralveranstaltung für die Eröffnung der bundesweiten Herbstsammelaktion. Die Tage stehen unter dem Jahresmotto "Zusammen geht was! Caritas verbindet Generationen".