Berlin (KNA) Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) zeigt sich befremdet über die Debatte zur Wiedereinführung des Zivildienstes. Zeitpunkt und Fokus seien irritierend, erklärte der BDKJ-Vorsitzende Henner Gädtke am Mittwoch. Statt über Bedingungen zu diskutieren, wie freiwillige ...
Berlin (KNA) Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) zeigt sich befremdet über die Debatte zur Wiedereinführung des Zivildienstes. Zeitpunkt und Fokus seien irritierend, erklärte der BDKJ-Vorsitzende Henner Gädtke am Mittwoch. Statt über Bedingungen zu diskutieren, wie freiwilliges Engagement gelingen könne, werde der Eindruck erweckt, Zivildienstleistende könnten fehlende Fachkräfte im sozialen Sektor ersetzen. "Dem ist jedoch nicht so", so Gädtke.
Der BDKJ sei bereits 2025 zu Einsatzmöglichkeiten von Zivildienstleistenden in seinen Strukturen befragt worden und habe dies grundsätzlich bejaht. Zu den dafür notwendigen Bedingungen zählten unter anderem die finanzielle, strukturelle und gesellschaftliche Gleichwertigkeit aller Dienstformen, die Sicherstellung von Generationengerechtigkeit und die hohe Qualität von Begleitstrukturen.
Der Verband plädiert dafür, weiter auf die Freiwilligkeit der jungen Menschen zu setzen, die Wehrpflicht und damit auch einen Ersatzdienst nicht zu reaktivieren. Der BDKJ ist nach eigenen Angaben Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden mit rund 660.000 Mitgliedern.
Am Dienstag war bekannt geworden, dass sich das Bundesfamilienministerium mit Voraussetzungen für die Wiederaufführung eines Zivildienstes befasst. Dazu wurden 23 Organisationen - darunter auch der BDKJ - angefragt.