Vatikanstadt/Monaco (KNA) Leo XIV. hat seine historische Tagesreise nach Monaco und seinen ersten Palmsonntag im Papstamt für Appelle gegen Krieg und Ausbeutung genutzt. Bei der ersten Reise eines Papstes seit fast 500 Jahren in das Fürstentum beschwor er am Samstag die Einwohner des reichen L ...
Vatikanstadt/Monaco (KNA) Leo XIV. hat seine historische Tagesreise nach Monaco und seinen ersten Palmsonntag im Papstamt für Appelle gegen Krieg und Ausbeutung genutzt. Bei der ersten Reise eines Papstes seit fast 500 Jahren in das Fürstentum beschwor er am Samstag die Einwohner des reichen Landes, ihren Wohlstand für Recht und Gerechtigkeit einzusetzen.
Dies gelte besonders in einem Moment der Geschichte, "in dem die Zurschaustellung von Macht und die Logik des Machtmissbrauchs der Welt Schaden zufügen und den Frieden gefährden", sagte er bei seinem rund neunstündigen Programm in dem nach dem Vatikan kleinsten Land der Welt, in dem der Katholizismus Staatsreligion ist. Mehr als 80 Prozent der 38.500 Monegassen sind katholisch. Etwa jeder dritte Einwohner ist Millionär.
Leo XIV. wurde von Fürst Albert II., Fürstin Charlène und dem Erzbischof von Monaco, Dominique-Marie David, empfangen. Nach einer privaten Unterredung der beiden Staatsoberhäupter im Fürstenpalast traten Albert und der Papst auf den Balkon und sprachen zu der jubelnden Menge.
Die vielfältige Zusammensetzung der Bevölkerung aus rund 150 Nationen mache Monaco zu einem Mikrokosmos, zu dessen Wohlergehen Einheimische und eine Mehrheit von Bürgern aus anderen Ländern beitrügen, sagte Leo. "Hier zu leben, stellt für einige ein Privileg dar." Der katholische Glaube verpflichte die Monegassen dazu, "in der Welt ein Reich von Brüdern und Schwestern zu bilden, nicht zu unterdrücken, sondern aufzurichten, nicht zu trennen, sondern zu verbinden".
Bei einer Begegnung mit Katholiken in der Kathedrale sowie bei einer Stadionmesse vor 15.000 Menschen mahnte der Papst den Schutz des Lebens von der Zeugung bis zum natürlichen Ende an. Ebenso ermahnte er, sich von "Götzen" zu befreien: "vom Reichtum, der zur Gier verkommen ist, von der Schönheit, die zur Eitelkeit verzerrt wurde". Stattdessen erlöse Barmherzigkeit die Menschheit.
Vor rund 3.000 Jugendlichen warnte er vor oberflächlichen Beziehungen und trügerischen Verlockungen des Internets samt der virtuellen Zustimmung Tausender von "Likes". Nur durch die Liebe zu Gott und den Mitmenschen finde man Frieden und fülle sich die innere Leere, so das Kirchenoberhaupt.
Bei der feierlichen Palmsonntagsmesse vor 40.000 Menschen auf dem Petersplatz warb der Papst eindringlich um ein Ende der Kriege in der Welt. Jesus sei der König des Friedens, so der Papst. Gott lehne den Krieg ab, niemand dürfe ihn benutzen, um Krieg zu rechtfertigen, kritisierte er. Gott erhöre nicht das Gebet derer, die Krieg führen, denn ihre Hände seien voller Blut.
Im Leiden und Sterben von Jesus Christus, an das die Christen in der Woche vor Ostern erinnern, zeigten sich die Wunden vieler Menschen heute, die niedergeschlagen, hoffnungslos, krank oder einsam sind. "Vor allem hören wir das schmerzerfüllte Stöhnen all derer, die gewalttätig unterdrückt werden, und aller Opfer des Krieges." Christus fordere die Menschen auf, die Waffen niederzulegen, denn sie seien Brüder und Schwestern, so Leo XIV.
Beim anschließenden Mittagsgebet auf dem Petersplatz rief Leo XIV. zum Gebet für alle Migranten auf, die auf See gestorben sind; "insbesondere für jene, die in den letzten Tagen vor der Küste Kretas ihr Leben verloren haben". Laut Medienberichten verdursteten vor der griechischen Insel mindestens 22 Menschen, nachdem ihr Boot tagelang auf offener See umhergeirrt war.
Weiter erinnerte er an die Christen im Nahen Osten, "die unter den Folgen eines brutalen Konflikts leiden und in vielen Fällen nicht in der Lage sind, die Liturgie dieser heiligen Tage vollständig zu begehen". Ihr Leid stelle das Gewissen aller auf die Probe", so der Papst, ohne den Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran ausdrücklich zu nennen, der sich inzwischen auf den Libanon und die gesamte Region ausgebreitet hat.
Ebenso verwies er auf die Seeleute als weitere Opfer des Konflikts. "Ich bete für die Verstorbenen, die Verwundeten und ihre Familien", so der Papst. Land, Himmel und Meer seien für Leben und Frieden geschaffen, bekräftigte der Papst.