Castel Gandolfo (KNA) Papst Leo XIV. hat zu Liebe und Vergebung anstelle von Krieg und Aggression aufgerufen. "Hass und Gewalt bringen nichts Gutes, sondern nur Zerstörung und Tod, immer, selbst wenn sie eine Reaktion auf erlittenes Unrecht sind", sagte er am Samstagabend bei einer Messe am Alb ...
Castel Gandolfo (KNA) Papst Leo XIV. hat zu Liebe und Vergebung anstelle von Krieg und Aggression aufgerufen. "Hass und Gewalt bringen nichts Gutes, sondern nur Zerstörung und Tod, immer, selbst wenn sie eine Reaktion auf erlittenes Unrecht sind", sagte er am Samstagabend bei einer Messe am Albaner See nahe Rom. "Wir sehen es jeden Tag, von unseren kleinen Alltagsdingen bis hin zur großen Weltbühne."
Jesus dagegen habe gezeigt, dass allein die Liebe rette. Nach seinem Vorbild sollten die Menschen Nächstenliebe üben, "bis hin zum Martyrium, wie es leider heute noch vielen Christen in verschiedenen Teilen der Welt widerfährt", gab der Papst zu bedenken.
"Wir brauchen so dringend Leben, Hoffnung, Gelassenheit und Frieden - in uns selbst, in unseren Städten, unter den Völkern und Nationen", sagte Leo XIV. Deshalb sollten die Menschen, ungeachtet von Wunden und Kränkungen, nicht zulassen, "dass das Böse unsere Menschlichkeit entstellt und unsere Herzen verdirbt". Sie sollten sich nicht der Denkweise der Welt anpassen, sondern "lieben, geben und vergeben". Mit Gottes Hilfe sei alles möglich, ermutigte er.
Der Papst äußerte sich bei der Messe zum Fest der Muttergottes vom See in der Kirche Santa Maria del Lago in Castel Gandolfo. In dem Ort in den Albaner Bergen ließ Urban VIII. (1623-1644) vor 400 Jahren hoch über dem See eine Sommerresidenz bauen, wo Päpste seither Urlaube und kurze Auszeiten verbringen.
Der Messe folgte die Festprozession, die zunächst an der von Menschen gesäumten Uferstraße entlangführte. Dabei folgte der Papst der von vier Männern getragenen Marienstatue. Der zweite Teil der Prozession führte über den bis zu 170 Meter tiefen und etwa sechs Quadratkilometer großen Kratersee.
Dabei kam es zu einer Premiere: Als erster Papst der Geschichte stieg Leo XIV. für die Prozession aufs Schiff. Auch Paul VI. und Johannes Paul II. hatten an der Prozession teilgenommen; an Bord gingen sie aber nicht.
Vor der malerischen Kulisse des von grünen Hügeln umgebenen Sees schritt der Papst über den in vatikanischem Gelb-Weiß und marianischem Hellblau geschmückten Steg auf das mit Blumen dekorierte Schiff. Ihn begleiteten unter anderen die Gouverneurin des Vatikanstaats, Schwester Raffaella Petrini, und der Bischof von Albano, Vincenzo Viva.
An dem Korso nahmen gut ein Dutzend Boote teil, darunter Kanus, Jetskis, Segel- und Polizeischiffe. Winkend und segnend grüßte der Papst die Menschen am Ufer und auf dem See. Den stimmungsvollen Hintergrund vor der untergehenden Sonne bildete die auf 430 Metern Höhe gelegene Papstresidenz.
Nach rund halbstündiger sanfter Fahrt über den See, begleitet von Musik und Meditationen, legte das Papst-Boot am Ufer an, die Marienstatue wurde von Bord getragen. Auch Leo XIV. betrat wieder festen Boden, und begrüßte nach einem Abschlussgebet wiederum viele Menschen.
Papst Leo XIV. verbringt seit seiner Wahl im Mai 2025 regelmäßig Urlaube und seinen "freien Dienstag" in dem Ort rund 20 Kilometer südlich von Rom - zur Freude der Castellani, nicht zuletzt wegen des größeren touristischen Interesses durch den hohen Gast.
Am Sonntag wird der Papst das Mittagsgebet vor dem Papstpalast auf der Piazza della Libertà halten. Dabei werden auch zahlreiche Motorradfahrer erwartet, die an diesem Wochenende durch die Castelli Romani fahren. Das Jubiläum "400 Jahre Päpste in Castel Gandolfo" wird am ersten Septemberwochenende in dem Bergstädtchen mit historischen Umzügen gefeiert.