Berlin (KNA) Sachsen-Anhalt braucht nach Worten von Anna-Nicole Heinrich, Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), weiterhin offene Räume und Türen für die Zivilgesellschaft - notfalls mit einem Fuß dazwischen. Im Deutschen Theater in Berlin kritisierte sie laut vora ...
Berlin (KNA) Sachsen-Anhalt braucht nach Worten von Anna-Nicole Heinrich, Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), weiterhin offene Räume und Türen für die Zivilgesellschaft - notfalls mit einem Fuß dazwischen. Im Deutschen Theater in Berlin kritisierte sie laut vorab verbreitetem Redemanuskript Pläne der AfD, Gelder für Initiativen wie "Schule ohne Rassismus" und die Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt in Wittenberg zu streichen. Sie äußerte sich im Rahmen einer Solidaritätsveranstaltung für bedrohte Akteure der Zivilgesellschaft nach der Wahl des ersten AfD-Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt am Dienstagmittag.
"Es geht aber nicht um uns, es geht um die Menschen, für die wir alle unsere Angebote tagtäglich offen halten", so Heinrich weiter. In der Akademie könnten Leute, die sich sonst nie begegnen würden, ergebnisoffen miteinander streiten. In einer Beratungsstelle würde einem Menschen nach einem Angriff zuerst einmal geglaubt.
Mit Räumen wie diesen könne ein Zugehörigkeitsgefühl geschaffen werden. "Wer so einen Ort hat, dem kann man viel schwerer Angst machen."
Die Präses der EKD-Synode erinnerte auch an den Herbst 1989 und den Magdeburger Dom. Dieser sei montags Treffpunkt der Menschen für das "Gebet um gesellschaftliche Erneuerung" gewesen. In Sachsen-Anhalt wisse man besser als in Berlin, wie man Räume offenhält, wenn ein Staat sie schließt, sagte sie. "Der Domprediger hat später geschätzt, dass etwa achtzig Prozent von ihnen gar keine Christen waren. Sie kamen, weil der Dom der letzte Raum war, in dem man noch zusammenkommen konnte."
Für sie als Christin, so Heinrich, siege das Leben, entgegen allem Augenschein. "Daraus nehmen wir unsere Hoffnung. Wir waren vor dieser Partei da, und wir werden nach ihr da sein. Wir halten unsere Türen offen", bekräftigte sie und betonte: Die Menschen aus Magdeburg und Halle bräuchten keinen Appell zum Durchhalten. "Ihr haltet seit Jahren durch. Was ihr braucht, sind Leute, die mittragen." Berliner Gemeinden und Initiativen rief sie deshalb auf, sich Partner in Sachsen-Anhalt zu suchen und diese zu unterstützen.