Bonn (KNA) Angesichts von Waldbränden wie derzeit in der Gemeinde Hürtgenwald in der Eifel fordern Fachleute einen gezielten Waldumbau und eine bessere Früherkennung. Man werde aber zugleich akzeptieren müssen, dass Waldbrände in Deutschland wegen des Klimawandels künftig häufiger auftret ...
Bonn (KNA) Angesichts von Waldbränden wie derzeit in der Gemeinde Hürtgenwald in der Eifel fordern Fachleute einen gezielten Waldumbau und eine bessere Früherkennung. Man werde aber zugleich akzeptieren müssen, dass Waldbrände in Deutschland wegen des Klimawandels künftig häufiger auftreten könnten, sagte der Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates, Christian Haase, der "Rheinischen Post" am Samstag. Man müsse vom Wissen in den "klassischen Waldbrandländern" profitieren. Nötig seien zum Beispiel auch moderne Frühwarnsysteme.
Das Feuer in der Eifel ist Berichten zufolge wohl der bisher größte Waldbrand in der Geschichte des Landes Nordrhein-Westfalen. Nach Angaben des Landkreises Düren hat sich der Brand in der Nacht zu Samstag nicht weiter ausgebreitet. Die Menschen aus dem Hürtgenwalder Ortsteil Gey blieben zunächst evakuiert. Rund 1.800 Menschen hatten ihre Häuser verlassen müssen. Insgesamt sind den Angaben zufolge mittlerweile 1.800 Kräfte im Einsatz, man zeigte sich am Nachmittag "verhalten optimistisch".
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) tauschte sich im Laufe des Samstags mit Einsatzkräften aus. Hervorgehoben wurde nach Angaben des Landkreises vor allem eine "große und spürbare Dankbarkeit" in der Bevölkerung. "Es ist beeindruckend zu sehen, wie alles ineinander greift", wurde Wüst zitiert.
Landrat Ralf Nolten telefonierte nach Kreisangaben am Morgen mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). "Er hat sich persönlich zur aktuellen Lage informiert und sich ausdrücklich bei allen Helferinnen und Helfern bedankt", hieß es.
Vom Feuer betroffene Menschen können sich auch an kirchliche Seelsorger vor Ort wenden, hatte der Aachener Bischof Helmut Dieser am Freitag erklärt. Auch er würdigte die Arbeit der Helfer.
Notfallseelsorger wurden bisher offenbar nicht angefordert. Das könne daran liegen, dass bislang glücklicherweise niemand zu Tode gekommen oder schwer verletzt worden sei, sagte Bianca van der Heyden, Leiterin des Landespfarramtes für Notfallseelsorge der Evangelischen Kirche im Rheinland, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Samstag.
Die Notfallseelsorgerinnen und -seelsorger würden nicht selbst tätig, sondern von Einsatzleitungen angefordert. Das sei zum Beispiel der Fall, wenn es Todesfälle gebe, Menschen ihr Hab und Gut verlören wie bei der Hochwasserkatastrophe vor fünf Jahren oder Menschen schlimme Dinge hätten mitansehen müssen.
Die Erfahrung zeige, dass mögliche Belastungen auch erst dann auftreten könnten, wenn Menschen nach einem Ereignis zur Ruhe kämen. "Ich will es nicht beschreien, vielleicht geht es auch ohne uns", sagte van der Heyden. Es sei zu hoffen, dass die evakuierten Menschen wieder nach Hause könnten.