Jerusalem (KNA) Mit einem Video über festgenommene Aktivisten der von Israel abgefangenen Gaza-Flottille hat Israels Minister für nationale Sicherheit, der rechtsradikale Itamar Ben-Gvir, am Mittwoch einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Italien bestellte laut Medienberichten den israelische ...
Jerusalem (KNA) Mit einem Video über festgenommene Aktivisten der von Israel abgefangenen Gaza-Flottille hat Israels Minister für nationale Sicherheit, der rechtsradikale Itamar Ben-Gvir, am Mittwoch einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Italien bestellte laut Medienberichten den israelischen Botschafter ein; Israels Außenminister Gideon Saar warf seinem Amtskollegen vor, dem Staat Israel "nicht zum ersten Mal" geschadet zu haben.
Auch aus Deutschland kam Kritik. Der menschenrechtspolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Max Lucks, sprach von einer "menschenverachtenden Demütigung" und forderte Konsequenzen.
Das Video, das Ben-Gvir am Mittwoch veröffentlichte, zeigt gewaltsames Vorgehen der Polizei gegen festgenommene Aktivisten. Unter anderem werden diese von maskierten Beamten von den Booten gestoßen, auf alle viere gezwungen und über den Boden geschleift. Die Aufnahmen zeigen die Aktivisten mit hinter dem Rücken gefesselten Händen.
"So heißen wir die Terrorunterstützer willkommen. Willkommen in Israel", kommentierte Ben-Gvir das Video. Es zeigt den Minister, wie er das Lagerhaus mit den Festgenommenen betritt, eine israelische Fahne schwenkt und den Beamten zu ihrer "guten Arbeit" gratuliert.
Italien bezeichnete das Verhalten als unzulässig und verlangte eine förmliche Erklärung. Israels Außenminister Saar bezeichnete Ben-Gvirs Auftritt als skandalös. Er habe damit die professionelle Arbeit von Soldaten und Regierungsmitarbeitern zunichte gemacht.
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte, Israel habe "jedes Recht, provokative Flottillen von Anhängern der Hamas-Terroristen daran zu hindern, in unsere Hoheitsgewässer einzudringen und den Gazastreifen zu erreichen". Dennoch entspreche Ben-Gvirs Umgang mit den Aktivisten nicht den Werten und Normen Israels. Er habe die Behörden angewiesen, die Betroffenen schnellstmöglich auszuweisen.
Das Außenministerium hatte am Dienstagabend mitgeteilt, alle 430 Aktivisten an Bord der rund 70 Schiffe festgenommen und nach Israel gebracht zu haben. Es bezeichnete den Schiffskonvoi nach Gaza als "PR-Stunt im Dienst der Hamas". Zu den Aktivisten gehören laut Berichten auch der italienische Abgeordnete Dario Carotenuto und die Schwester der irischen Präsidentin Catherine Connolly.
Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Lucks betonte, die menschenverachtende Demütigung sei nicht nur "unerträglich", sondern müsse politisch als völlig inakzeptabel zurückgewiesen werden. Die Bundesregierung müsse jetzt zügig personenbezogene Sanktionen sowie das Einfrieren von Vermögenswerten gegen den Minister prüfen und veranlassen, sagte er der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).