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Erzbistum Paderborn
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Herausforderung Hoffnung im Krankenhaus

Krankheit und Krankenhausaufenthalte können herausfordernd sein – und doch findet Klinikseelsorgerin Gaby Kniesburges im Marsberger St.-Marien-Hospital Hoffnung

Wer krank ist, steht gleich vor mehreren Herausforderungen: Da ist zuerst die Herausforderung der Erkrankung selbst und die ihrer medizinischen Behandlung. Dann die der Erfahrung, auf die Hilfe oder Sorge anderer Menschen angewiesen zu sein. Und schließlich die Herausforderung, dass Menschen, die krank sind, in einer Gesellschaft, die auf Leistung, Funktionalität und aktive Teilhabe ausgerichtet ist, an den Rand gedrängt werden.

In so einer Situation wird Hoffnung stark angefragt. Oder kann sogar verloren gehen. Das Krankenhaus – also ein Ort, an dem man Hoffnung vergeblich sucht? Gaby Kniesburges sieht das anders. „Patientin oder Patient zu sein, braucht Hoffnung“, sagt sie. Die Klinikseelsorgerin am St.-Marien-Hospital in Marsberg erlebt in der Begegnung mit Menschen, die krank sind, mit Angehörigen und Pflegenden immer wieder eine starke Sehnsucht nach Hoffnung.

Hoffnung, die trägt

Einfach ist das mit der Hoffnung im Krankenhaus natürlich nicht immer. Gaby Kniesburges hat aber Orte und Situationen gefunden, in denen Hoffnung da war, vermittelt und gestärkt wurde. Was ist Hoffnung im Krankenhaus? Wo findet man Hoffnung im Krankenhaus? Wie geht Hoffnung im Krankenhaus? Wer braucht Hoffnung im Krankenhaus? Auf diese Fragen geben die folgenden Punkte einige Antwortversuche:

  1. Familie und Freundschaft: Viele Menschen fühlen sich getragen durch den Partner oder die Partnerin, durch Familie und Angehörige, aber auch durch Freundinnen und Freunde. Die zu Besuch kommen und mit aushalten. Die Mut zusprechen, ohne etwas schönzureden. Die Freude bringen und motivieren, durchzuhalten. Oder die zuhause Aufgaben übernehmen.
  2. Der Blick in den Himmel: Eine Patientin erzählte Kniesburges: „Ich bin in meinem kranken Körper gefangen, im Zimmer eines Krankenhauses. Aber wenn ich morgens vom Bett aus aus dem Fenster schaue, dann löst der Blick in den Himmel etwas in mir aus. Da ist ein Gefühl von Weite, von Freiheit. Ich weiß, da ist mehr!“
  3. Seelsorgliche Gespräche: In Marsberg gibt es wie in vielen anderen Krankenhäusern Klinikseelsorgende und ehrenamtliche Patientenbegleitende. Die Marsberger Patientenbegleiterin Margit Gockeln sagt: „Eine Patientin hat von ihren Reisen erzählt, die sie mit ihrem bereits verstorbenen Mann erlebt hat. Ihre Augen haben dabei gestrahlt, sie hat durch das Erzählen davon einige schöne Erinnerungen als Freude und Kraft in sich gespürt.“ Und ihre Kollegin Rita Rasche, die sich im Paderborner St.-Vincenz-Krankenhaus engagiert, setzt hinzu: „Manchmal erkenne ich, dass sich die Gesichtszüge einer Person während des Erzählens entspannen.“ In Ruhe und ohne bewertet zu werden erzählen dürfen, ernstgenommen zu werden mit den Gefühlen, die der Krankenhausaufenthalt hervorruft, als Mensch wahrgenommen zu werden und nicht auf die Diagnose und Behandlung reduziert zu werden – das ist für Menschen im Krankenhaus oft sehr wichtig. Dass dann jemand da ist, der oder die zuhört, kann Hoffnung vermitteln. Da sind sich die beiden Patientenbegleiterinnen sicher.
  4. Die Kapelle: In der Stille der Krankenhauskapelle kann man dem Lärm des Stationsgeschehens, aber auch dem Lärm der eigenen Gedanken für einen Moment entkommen. Eine Kerze anzuzünden, hilft vielen. Oder etwas in ein Fürbittbuch zu schreiben. In Marsberg hat Kniesburges aus dem Buch eine Gebetswand gemacht. „Die Menschen können ihre Anliegen auf kleine Karten schreiben und aufhängen – es gibt zwar auch weiße Karten, aber bisher entscheiden sich alle für die bunten und farbenfrohen.“
  5. Pflegekräfte: Eine Pflegekraft hat Kniesburges erzählt: Als sie ein Zimmer betrat, begrüßte die dort liegende Person sie mit den Worten: „Sie schickt der Himmel!“ Kniesburges fragt nach: „Und, ist das so? Schickt Sie der Himmel?“ Die Pflegekraft lächelt. „Vielleicht.“ Sich in guten, kompetenten Händen zu wissen, das vermittelt vielen Menschen, die krank sind, Hoffnung. Das medizinische und pflegende Personal, das so häufig Hoffnung schenkt, bedarf ihrer oftmals selbst – ihr Arbeitsalltag ist anstrengend und herausfordernd. Da kann ein dankbarer Satz einiges bewirken.

Offen ausgerichtet auf die Themen der Patienten kommt es neben aller Intensität der Inhalte und Emotionen immer wieder an den Punkt, an dem eine Frage in den Mittelpunkt rückt: Was trägt? Und das, was trägt, ist so vielfältig, wie es Menschen sind.

Gaby Kniesburges, Klinikseelsorgerin

Hoffnung findet ihren Weg

Hoffnung ist auch verletzlich. Sie kann wanken, wenn Diagnosen schwer wiegen, wenn Fragen keine Antworten finden. Und dennoch zeigt sich immer wieder: Hoffnung lässt sich nicht einfach auslöschen. Sie sucht sich Wege – manchmal leise, manchmal kraftvoll. Vielleicht ist das ihre größte Stärke.

Hoffnung ist nicht immer sichtbar, nicht immer greifbar. Manchmal ist sie nur ein Hauch, ein stiller Moment, ein tiefes Durchatmen. In der Krankenhausseelsorge begegnet Gaby Kniesburges dieser Hoffnung in vielen Formen: als kleine Geste, als Gespräch, als Blick aus dem Fenster. Sie kann wachsen, wenn jemand zuhört, wenn eine Hand gehalten wird, wenn eine Kerze brennt. Sie kann sich in einem Lächeln zeigen oder in einem dankbaren „Sie schickt der Himmel!“.

Marsberg: Ort der Hoffnung im Monat März

Das Heilige Jahr 2025 steht unter dem Motto „Pilger der Hoffnung“. Und so vielfältig die Menschen sind, so vielfältig sind ihre Hoffnungen. Deshalb gibt es in diesem Jahr zwölf „Orte der Hoffnung“ im Erzbistum Paderborn. Jeder dieser Orte ist einem spezifischen Thema und einer Zielgruppe gewidmet, um die verschiedenen Facetten der Hoffnung unter den Menschen und im christlichen Glauben erlebbar zu machen. Im Monat März ist es der Ort Marsberg mit dem Thema „Hoffnung für Kranke und Pflegende“.

Erfahren Sie auf unserer Themenseite mehr über die Orte sowie die Themen und Zielgruppen, die ihnen zugeordnet sind.

© foxaon1987 / Shutterstock.com
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Ein Beitrag von:
Redakteur

Cornelius Stiegemann

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